Künstliche Befruchtung
13.05.2026
Die Reise zu einem Wunschkind mittels IVF bringt viele Fragen mit sich; die häufigste lautet: „Wie hoch sind die Erfolgschancen?“ Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Embryoqualität. Im Labor beobachten wir sorgfältig die Entwicklung der Embryonen, um den vielversprechendsten Embryo mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Einnistung in die Gebärmutter auszuwählen. In diesem Artikel erklären wir verständlich die Kriterien, nach denen Embryologen vorgehen, und was Sie selbst auf dem Weg zu einem erfolgreichen Transfer beeinflussen können.
Die Embryoqualität wird während der Kultivierung beurteilt – am häufigsten am 3. und 5. Tag nach der Befruchtung. Der Embryologe beobachtet, wie schnell und gleichmäßig sich das Embryo teilt, wie viele Zellen es hat, deren Form und ob Anzeichen von Schäden vorliegen. Am 5. Tag wird beurteilt, ob das Embryo das Blastozystenstadium erreicht hat und wie gut sich seine einzelnen Strukturen entwickelt haben.
Das Ergebnis ist eine Bewertung, die hilft festzulegen, welches Embryo die höchste Chance auf eine erfolgreiche Einnistung hat. Diese hängt von einer Kombination von drei Faktoren ab: genetische Gesundheit des Embryos, Bereitschaft der Gebärmutterschleimhaut und Qualität der Laborumgebung.
Wie beurteilt ein Embryologe die Embryoqualität?
Der Bewertungsprozess ist kein einzelner Zeitpunkt, sondern eine mehrtägige Beobachtung, die unmittelbar nach der Befruchtung beginnt.
Tag 3 nach der Befruchtung: Zellzahl und Zustand
In diesem Stadium hat das Embryo im Idealfall 6 – 8 Zellen. Der Embryologe bewertet:
- Zellzahl – die korrekte Anzahl für den jeweiligen Kultivierungstag weist auf eine gesunde Entwicklung hin.
- Symmetrie – die Zellen sollten ungefähr gleich groß und regelmäßig angeordnet sein.
- Fragmentierung – kleine zytoplasmatische Fragmente, die während der Teilung entstehen; ein gewisses Maß ist normal, aber eine Fragmentierung über 25 % reduziert die Wahrscheinlichkeit der weiteren Entwicklung.
Tag 5 nach der Befruchtung: Blastozyste und deren Bewertung
Embryonen, die sich korrekt entwickeln, erreichen etwa am 5. Tag das Blastozystenstadium. Zu diesem Zeitpunkt unterscheidet der Embryologe drei Strukturen:
- Blastocoel – eine flüssigkeitsgefüllte Höhle; ihre Ausdehnung zeigt den Fortschritt der Entwicklung.
- Innere Zellmasse (ICM) – die Zellgruppe, aus der sich der Fötus entwickelt.
- Trophectoderm (TE) – die äußere Zellschicht, aus der die Plazenta entsteht.
➡️ Die Bewertung am Tag 5 hat den größten prädiktiven Wert für die Embryoqualität.
Im Prague Fertility Centre verwenden wir außerdem Time‑Lapse‑Monitoring – einen speziellen Inkubator mit Kamera, der die Entwicklung des Embryos alle paar Minuten aufzeichnet. Dadurch erhalten wir eine vollständige Entwicklungsdokumentation, ohne die Embryonen aus optimalen Bedingungen zu entnehmen oder unnötigem Stress auszusetzen.
Wie wird die Embryoqualität ausgedrückt: die Gardner‑Skala
Sobald ein Embryo das Blastozystenstadium erreicht, erfolgt eine spezifische Bewertung. Die meisten embryologischen Labore weltweit – einschließlich unseres – verwenden die Gardner‑Skala.
Jedes Embryo erhält eine dreiteilige Bewertung:
- eine Zahl von 1 – 6, die die Expansion des Blastocoels angibt; höhere Zahlen bedeuten eine fortgeschrittenere Entwicklung; die Grade 5 und 6 zeigen, dass das Embryo beginnt oder abgeschlossen hat, aus der Zona pellucida zu „schlüpfen“,
- ein Buchstabe von A – C, der die innere Zellmasse bewertet; A steht für kompakte, gut definierte Zellen mit hohem Entwicklungspotenzial,
- ein weiterer Buchstabe von A – C für das Trophektoderm; A steht wiederum für eine regelmäßige, dichte Zellschicht, die auf eine starke Plazenta hindeutet.
Die endgültige Bewertung kann zum Beispiel 4AA oder 3BC sein. Embryonen mit Bewertung 4AA oder 5AA gehören zu den vielversprechendsten.
Diese Bewertung ist jedoch kein endgültiges Urteil. Auch Embryonen mit Bewertung BB oder BC haben zu gesunden Schwangerschaften geführt. Die Morphologie ist nur ein Blickwinkel. Die Entwicklung des Embryos ist dynamisch, und seine Chancen lassen sich nicht durch eine einzelne Zahl oder einen Buchstaben bestimmen. Auch die Erfahrung und Expertise des Embryologen spielen eine entscheidende Rolle.
Was können Sie tun, um die Embryoqualität zu verbessern?
Während die genetische Ausstattung gegeben ist, kann der Zustand der Keimzellen beeinflusst werden. 3 – 4 Monate vor der Behandlung:
- Alkohol und Rauchen reduzieren oder ganz vermeiden – beides verschlechtert nachweislich die Embryoqualität aus Sicht von Eizellen und Spermien.
- Moderate körperliche Aktivität und gesunder Schlaf.
- Für Männer: Überhitzung des Hodenbereichs vermeiden (Sauna, heiße Bäder, enge Unterwäsche), da Spermien empfindlich auf Hitze reagieren.
- Nahrungsergänzungsmittel mit dem Arzt abstimmen – Vitamin D, Folsäure, Coenzym Q10 oder Omega‑3‑Fettsäuren unterstützen in der Regel die Gesundheit der Keimzellen.
- Psychisches Wohlbefinden – Stress beeinflusst zwar nicht direkt das Embryo, aber den Hormonhaushalt und die Durchblutung der Gebärmutter, die für die Einnistung entscheidend sind.
Wie hoch ist die Chance der Einnistung und wovon hängt sie ab?
Die Embryoqualität spielt eine entscheidende Rolle bei der Auswahl für den Transfer, ist jedoch nicht der einzige Faktor. Die Einnistung hängt von einem vielversprechenden Embryo und einer aufnahmebereiten Gebärmutterschleimhaut ab.
Die Bereitschaft des Endometriums wird per Ultraschall überwacht, und bei wiederholten erfolglosen Transfers können unsere Ärzte fortgeschrittene Diagnostik wie ERA oder beReady‑Tests einsetzen. Diese bestimmen präzise das Implantationsfenster – den optimalen Zeitpunkt für den Transfer.
Wir bieten auch unterstützende Methoden an:
- LAZT – laserassistiertes Hatching, das die schützende Hülle des Embryos verdünnt und das „Schlüpfen“ erleichtert, das für den Kontakt mit der Gebärmutterschleimhaut notwendig ist.
- EmbryoGlue – ein spezielles Medium, das die Umgebung der Gebärmutter imitiert und dem Embryo beim Anhaften hilft; laut verfügbaren Daten kann es die Einnistungsrate um bis zu 19 % erhöhen.
Interessanterweise haben gefrorene Embryonen vergleichbare oder sogar höhere Einnistungsraten als frische. Nach der hormonellen Stimulation kann der Körper der Frau belastet sein, und die Schleimhaut muss nicht optimal sein. In solchen Fällen empfehlen wir häufig einen Kryotransfer im folgenden Zyklus.
Was bedeutet eine niedrige Embryoqualität und welche Optionen gibt es?
Wie bereits erwähnt, bedeutet eine schlechtere Bewertung nicht das Ende der Behandlung oder fehlende Optionen.
Der erste Schritt ist häufig eine verlängerte Kultivierung. Manche Embryonen, die am 3. Tag weniger vielversprechend erscheinen, können bis Tag 5 oder 6 aufholen und eine gute Blastozystenbewertung erreichen.
Wenn ein qualitativ gutes Embryo vorhanden ist, jedoch genetische Bedenken bestehen (z. B. höheres Alter der Frau oder frühere Misserfolge), bieten wir präimplantationsgenetische Tests an, die es ermöglichen, chromosomale Abweichungen vor dem Transfer zu erkennen.
Für Paare, bei denen wiederholt Embryonen geringerer Qualität entstehen, kann ein kombinierter IVF‑Zyklus helfen – die Befruchtung sowohl eigener als auch gespendeter Eizellen. Wir vergleichen die Entwicklung der Embryonen aus beiden Gruppen und wählen den vielversprechendsten Embryo unabhängig von seiner Herkunft aus. Dieser Ansatz liefert auch wertvolle Hinweise darauf, ob die Eizellqualität die zugrunde liegende Ursache ist.
Jede Patientin wird vom Anfang bis zum Ende von einem Arzt betreut, der die Ergebnisse der Kultivierung im Kontext der gesamten Krankengeschichte bewertet. Vor dem Transfer erklärt der Embryologe persönlich die Entwicklung des Embryos und beantwortet alle Fragen.
Wenn Sie Ihre Möglichkeiten kennenlernen möchten, kommen Sie zu einer kostenlosen Beratung. Gemeinsam werden wir Ihre Situation besprechen und den für Sie am besten geeigneten Behandlungsansatz vorschlagen.
Wie wird die Embryoqualität ausgedrückt: die Gardner‑Skala
Sobald ein Embryo das Blastozystenstadium erreicht, ist es Zeit für eine konkrete Bewertung. Die meisten embryologischen Labore weltweit – einschließlich unseres – verwenden die Gardner‑Skala.
Jedes Embryo erhält eine dreiteilige Bewertung:
- eine Zahl von 1 – 6, die den Grad der Expansion des Blastocoels angibt; je höher die Zahl, desto weiter ist das Embryo entwickelt; die Grade 5 und 6 bedeuten, dass das Embryo beginnt oder bereits abgeschlossen hat, aus der schützenden Hülle (Zona pellucida) zu „schlüpfen“,
- ein Buchstabe A – C, der die innere Zellmasse bewertet; A steht für kompakte, gut definierte Zellen mit hohem Entwicklungspotenzial,
- ein zweiter Buchstabe A – C zur Beurteilung des Trophektoderms; A steht erneut für eine regelmäßige, dichte Zellschicht, die auf eine starke Plazenta hinweist.
Das Ergebnis kann beispielsweise 4AA oder 3BC sein. Embryonen mit der Bewertung 4AA oder 5AA gehören zu den vielversprechendsten.
Die Bewertung ist jedoch kein endgültiges Urteil. Auch Embryonen mit Bewertung BB oder BC haben zu gesunden Schwangerschaften geführt. Die Morphologie ist nur eine Perspektive bei der Beurteilung der Embryoqualität. Die Entwicklung des Embryos ist nicht statisch, und seine Chancen lassen sich nicht auf eine einzelne Zahl oder einen Buchstaben reduzieren. Eine wichtige Rolle spielt auch die Fachkompetenz und Erfahrung des Embryologen, der die Bewertung durchführt.
Was können Sie für eine bessere Embryoqualität tun?
Die genetische Ausstattung ist gegeben, aber der Zustand der reproduktiven Zellen ist beeinflussbar. 3 – 4 Monate vor der Behandlung:
- Alkohol und Rauchen einschränken oder vollständig vermeiden – beides verschlechtert nachweislich die Qualität des Embryos sowohl aus Sicht der Eizelle als auch der Spermien.
- Auf angemessene körperliche Aktivität und gesunden Schlaf achten.
- Für Männer: Überhitzung im Hodenbereich vermeiden (Sauna, heiße Bäder, enge Unterwäsche), da Spermien empfindlich auf Wärme reagieren.
- Nahrungsergänzungsmittel mit dem Arzt besprechen – Vitamin D, Folsäure, Coenzym Q10 oder Omega‑3‑Fettsäuren unterstützen in der Regel die Qualität der Keimzellen.
- Psychische Ausgeglichenheit – Stress beeinflusst zwar das Embryo selbst kaum, hat aber Auswirkungen auf das hormonelle Gleichgewicht und die Durchblutung der Gebärmutter, was entscheidend für die Einnistung ist.
Wie hoch ist die Chance auf die Einnistung und wovon hängt sie ab?
Die Embryoqualität ist bei der Entscheidung über den Transfer entscheidend, aber nicht die einzige Variable. Die Einnistung hängt von einem vielversprechenden Embryo und einer gut vorbereiteten Gebärmutterschleimhaut ab.
Die Bereitschaft der Schleimhaut wird mittels Ultraschall überwacht. Bei wiederholten erfolglosen Transfers greifen unsere Ärzte auf weiterführende Diagnostik zurück – ERA‑ oder beReady‑Tests, die das sogenannte Implantationsfenster, also den optimalen Zeitpunkt für den Transfer, genau bestimmen.
Zur Unterstützung der Einnistung bieten wir außerdem:
- LAZT – laserassistiertes Hatching, das die schützende Hülle des Embryos verdünnt und ihm das „Schlüpfen“ erleichtert, was Voraussetzung für den Kontakt mit der Gebärmutterschleimhaut ist.
- EmbryoGlue – ein spezielles Medium, das die Umgebung der Gebärmutter nachahmt und dem Embryo hilft, sich an die Schleimhaut anzuheften; laut verfügbaren Daten erhöht es die Implantationsrate um bis zu 19 %.
Interessanterweise haben gefrorene Embryonen in vielen Fällen vergleichbare oder sogar höhere Chancen auf eine Einnistung als frische Transfers. Nach der Stimulation ist der Körper der Frau oft hormonell belastet, und die Schleimhaut muss sich nicht im idealen Zustand befinden. Deshalb empfehlen wir in manchen Fällen einen Kryotransfer im folgenden Zyklus.
Was bedeutet eine niedrige Embryoqualität und welche weiteren Möglichkeiten gibt es?
Wie bereits erwähnt, bedeutet eine schlechtere Bewertung nicht, dass die Behandlung scheitert oder keine weiteren Optionen bestehen.
Der erste Schritt ist häufig eine verlängerte Kultivierung. Ein Teil der Embryonen, die am 3. Tag weniger vielversprechend erscheinen, kann bis zum 5. oder 6. Tag Entwicklungsrückstände aufholen und eine gut bewertete Blastozyste erreichen.
Wenn bereits ein Embryo mit guter morphologischer Qualität vorliegt, aber weiterhin Bedenken hinsichtlich der genetischen Ausstattung bestehen (z. B. bei höherem Alter der Frau oder nach vorherigen Misserfolgen), bieten wir präimplantationsgenetische Tests an. Diese ermöglichen es, chromosomale Abweichungen bereits vor dem Transfer festzustellen.
Für Paare, bei denen wiederholt Embryonen niedriger Qualität entstehen, kann ein kombinierter IVF‑Zyklus sinnvoll sein – dabei werden sowohl eigene Eizellen als auch Eizellen einer ausgewählten Spenderin befruchtet. Die Entwicklung beider Embryogruppen wird verglichen, und für den Transfer wird der vielversprechendste Embryo unabhängig von seiner Herkunft ausgewählt. Dieser Ansatz liefert zudem wertvolle Hinweise darauf, ob das Problem in der Eizellqualität liegt.
Jeder Fall wird bei uns von Anfang bis Ende von einem Arzt betreut, der die Ergebnisse der Kultivierung im Kontext Ihrer gesamten Anamnese bewertet. Der Embryologe informiert Sie außerdem vor dem Transfer persönlich über den Verlauf der Entwicklung und beantwortet alle Ihre Fragen.
Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten Sie haben, kommen Sie zu einer kostenlosen Beratung. Gemeinsam analysieren wir Ihre Situation und schlagen Ihnen den für Sie sinnvollsten Behandlungsansatz vor.